Mein erstes Video war eine Katastrophe
37 Takes, 3 Stunden, ein Video das ich nie veröffentlicht habe
Es war ein Samstagnachmittag im Januar 2024. Ich hatte mir vorgenommen, endlich mein erstes YouTube-Video aufzunehmen. Ein simples Erklärvideo über ein Thema, das ich in- und auswendig kannte. Wie schwer kann das schon sein?
Spoiler: Sehr schwer. Unfassbar schwer.
Die ersten 10 Takes
Ich hatte alles vorbereitet. Kamera aufgestellt, Licht eingerichtet, sogar ein neues Mikrofon gekauft. Ich drückte auf Aufnahme und begann zu sprechen.
"Hallo und willkommen zu meinem Video über... äh..."
Cut. Nochmal.
"Hey Leute, heute erkläre ich euch wie man... warte, wie ging das nochmal?"
Cut. Nochmal.
Nach 10 Takes hatte ich nicht mal die Einleitung geschafft. Mein Gehirn war wie leergefegt. Alles was ich wusste - und ich wusste wirklich viel über das Thema - war plötzlich weg. Die Kamera starrte mich an wie ein Richter.
Der Moment der Verzweiflung
Take 23. Ich war verschwitzt. Frustriert. Die anfängliche Motivation war längst verschwunden.
Ich versuchte es mit Notizzettel neben der Kamera. Das führte dazu, dass ich ständig zur Seite schaute - sah aus als würde ich mit jemandem reden der nicht im Bild ist.
Ich versuchte es mit einem zweiten Bildschirm hinter der Kamera. Zu weit weg, konnte nichts lesen.
Ich versuchte es auswendig. Lachte mich selbst aus nach dem dritten vergessenen Satz.
"Wie machen die ganzen YouTuber das bloss? Die reden 20 Minuten am Stück ohne zu stocken. Die müssen Genies sein."
Das dachte ich wirklich. Ich hielt mich für zu dumm für Videos.
Take 37: Ich gab auf
Nach 3 Stunden hatte ich genau ein brauchbares Segment: 47 Sekunden. Von geplanten 8 Minuten.
Ich schloss die Kamera-App, legte das Handy weg und öffnete Netflix. Das Video wurde nie veröffentlicht. Die Dateien liegen wahrscheinlich noch irgendwo auf einer alten Festplatte.
Monatelang habe ich es nicht mehr versucht. Der Traum vom eigenen YouTube-Kanal? Beerdigt.
Die Entdeckung die alles änderte
Ein halbes Jahr später sah ich ein Behind-the-Scenes Video von einem YouTuber den ich bewunderte. Er zeigte sein Setup. Und da war es: Ein wie ein Teleprompter funktioniert.
Ich hatte vorher nie darüber nachgedacht. wie ein Teleprompter funktioniert - das war doch was für Nachrichtensprecher, oder? Grosse Studios, teure Ausrüstung?
Aber nein. Er nutzte einfach eine App auf seinem iPad. Der Text scrollte, er las ab, und das Ergebnis sah aus als würde er frei sprechen.
In diesem Moment fühlt ich mich gleichzeitig erleichtert und ein bisschen dumm. Die Lösung war so offensichtlich.
Der zweite Versuch
Ich lud mir eine wie ein Teleprompter funktioniert-App herunter. Tippte mein Skript ein. Stellte die Kamera auf.
Erster Take: Durchgelaufen. Mit kleinen Stolperern, aber durchgelaufen.
Zweiter Take: Besser.
Dritter Take: Das war's. Fertig. 8 Minuten Video, aufgenommen in unter 30 Minuten.
Ich sass da und konnte es nicht glauben. Wo waren diese 3 Stunden Qual hin? Einfach... weg. Weil ich meinen Text vor mir hatte.
Was ich gelernt habe
1. Ich bin nicht zu dumm für Videos
Niemand ist das. Das Gehirn ist einfach nicht dafür gemacht, unter Druck komplexe Texte abzurufen während es gleichzeitig auf Kamera, Licht, Körpersprache und Stimme achtet. Das ist zu viel auf einmal.
2. Profis nutzen Hilfsmittel
YouTuber, Nachrichtensprecher, Politiker bei Reden - sie alle lesen ab. Das ist kein Betrug, das ist Professionalität. Warum sollte ich es anders machen?
3. Das richtige Tool macht den Unterschied
Nicht mehr Übung, nicht mehr Talent, nicht mehr Willenskraft. Ein simples Tool das mir den Text zeigt. Das war alles was ich brauchte.
4. Zeit ist wertvoll
3 Stunden für nichts vs. 30 Minuten für ein fertiges Video. Hochgerechnet auf 50 Videos im Jahr spare ich mir über 100 Stunden Frustration.
Heute, zwei Jahre später
Ich habe mittlerweile über 120 Videos veröffentlicht. Die meisten in 2-3 Takes. Manche in einem einzigen.
Der Teleprompter ist nicht mehr wegzudenken. Ich nutze jetzt Scrollio auf dem iPhone - weil es Teleprompter und Kamera in einer App kombiniert. Noch einfacher als mein früheres Setup mit separatem iPad.
Und weisst du was das Beste ist? Mit der Zeit brauche ich das Skript immer weniger. Ich bin entspannter vor der Kamera geworden, weil ich weiss: Wenn ich stocke, ist der Text da. Dieses Sicherheitsgefühl hat mich freier gemacht, nicht abhängiger.
Falls du das gerade durchmachst
Du bist nicht allein. Du bist nicht talentlos. Du brauchst nur das richtige Werkzeug.
Ich wünschte, jemand hätte mir das am ersten Tag gesagt. Dann wären mir 37 Takes und eine Menge Selbstzweifel erspart geblieben.
Probier einen Teleprompter. Es muss nichts kosten - Scrollio hat eine kostenlose Version. Nimm ein kurzes Video auf. Du wirst den Unterschied sofort merken.
Und dann veröffentliche es. Egal wie es ist. Denn das Video das du nie machst ist garantiert schlechter als das das du machst.
P.S.: Falls du gerade am gleichen Punkt stehst wie ich damals - versuch es mit Scrollio. Kostenlos, auf dem iPhone. Vielleicht ist das der Unterschied zwischen "Ich kann keine Videos" und deinem ersten veröffentlichten Content.
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